Tipps für ein friedliches «Zusammen» im Pfotenpark

Der Pfotenpark ist ja eine wunderbare Möglichkeit für Hunde sich etwas auszutoben und mit anderen Hunden zu interagieren und zu spielen. Er soll dir aber auch Platz bieten, um ein wenig zu trainieren und eine tolle Zeit zusammen mit deinem Hund zu erleben.

 

Es geht nicht immer nur darum, die Hunde miteinander spielen zu lassen. Nutz doch auch die Zeit selber mit deinem Hund zu «spielen». Dabei muss es auch nicht immer nur um «Bälle werfen» gehen. Geschicklichkeit oder Suchspiele, Balgen und abrufen, Loben und Spass haben; nur du und dein Hund zusammen. 

 

Bitte lies hier weiter: Alles fängt schon beim Weg zum Park an >>>

Alles was du mit Ruhe machst, wird dein Hund auch mit Ruhe assoziieren.

 

Betreten des Parks:

  • Gehe ruhig in den Park und warte mal kurz ab.
  • Die anderen Besucher, die bereits im Park sind, sollen ihre Hunde vorher an die Leine nehmen und den Neuankömmlingen Zeit geben näher zu kommen.
  • Lasst die Hunde an der Leine nicht zusammenkommen.
  • Wenn ihr nicht sicher seid, ob sich alle verstehen oder einfach auch so, tut es gut, wenn ihr alle zusammen etwas im Park in aller Ruhe spaziert. Jeder Hund an der Leine.
  • Danach R U H I G von der Leine lassen und möglichst nicht alle an einem Platz stehen, sondern etwas weiterlaufen.
  • Bitte nehmt in Anwesenheit anderer und/oder fremder Hunde die Lieblingsleckereien und -Spielzeuge eurer Hunde nicht raus. Futter und Spielzeug, insbesondere Spielzeug, von dem dein Hund Besitzansprüche hat, kann in Hundeparks zu Kämpfen führen.

Sei aufmerksam und steck das Handy auch einfach mal weg.

Deine Aufmerksamkeit sollte auf deinem Hund und seine Interaktionen gerichtet sein.

 

Es soll nochmals gesagt sein, dass jeder selbst für seinen Hund verantwortlich ist. Wenn es zu auch noch so kleinen Streitigkeiten kommt, steht bitte auf und geht dorthin, um auch prompt zu reagieren, bevor es schlimmer wird.

Natürlich können Hunde mal etwas «streiten», wie kleine Kinder, aber es soll in angemessenem Rahmen bleiben. Der Spruch: «Die Hunde klären es schon unter sich» möchten wir im Park nicht mehr hören. Denn nein, nicht immer ist das der Fall!!! Wer das nicht glaubt oder befolgt, kann uns da gerne kontaktieren. 

 

Es ist wichtig, dass Besitzer, die Hundeparks besuchen, die Grenzen ihrer Haustiere kennen und entsprechend handeln.

Stress und Müdigkeit zeigt sich auch bei Hunden.

Gestresste und müde Hunde können, wenn sie sonst auch ach so lieb sind, auch mal austeilen.

Viele wissen ja, dass ich mal aktiv mit Arbeitshunden trainiert habe. Auch da musste man genügend Ruhepause zwischen den Trainings und der Arbeit einplanen und diese Pausen dem Hund «aufzwingen». Für aktives Sport- und Arbeitstraining muss man den Zustand des Hundes gut im Auge behalten, um ihn rechtzeitig vor Überbelastung zu schützen.

 

Nun wieso sollte es dann bei unseren Haushunden anders gehen. Wir möchten unsere Hunde so oft bei uns haben und so kommen sie von einem Ort zum anderen. Danach geht es dann noch auf einen Spaziergang und ab ins Hundetraining oder eben in einen Hundepark. Natürlich müssen wir schauen, dass sie ihren Spass haben, aber es ist falsch, ja falsch immer nur die Worte im Ohr zu haben, die uns oft leider fälschlicherweise gesagt werden: «Du musst deinen Hund auslasten, damit er ruhig Zuhause oder im Büro ist.» Das verdirbt dann auf beiden Seiten den Spass. Hunde brauchen auch Ruhe und Entspannung. Das sollten wir mehr denn je von ihnen lernen und ihnen auch bieten.

 

Nun kann aus lustigem «Fangis-Spiel» ganz schnell auch eine Hetzjagd werden. Das sind, nebst Ressourcenverteidigung, die meisten «Probleme».

 

Wie erkennt man nun, ob es «Spass» oder «Ernst» ist?

Das ist leider nicht immer so einfach erkennbar und kann auch nicht so auf die Schnelle hier in einem Artikel erklärt werden.

 

Deshalb würde ich immer ein «Rennen» einer Gruppe, wo immer nur einer vorne ist, zwischendurch unterbrechen. Es kann da einfach mal kurz in die Spur gestanden werden. Denn oft sind die Hunde «leider» in so einem Fall schwer abrufbar. Wer es kann – nur zu und Gratulation. 😊 kurz alle aufatmen lassen und dann weiterspielen lassen. Es ist doch oft so wie mit kleinen Kindern, die etwas zanken. Danach ist es immer gleich wieder gut. Solltet ihr die Hunde nicht aufhalten können, ist es bereits eine Hetze und da könnt ihr auch schon mal zu etwas «härteren» Massnahmen greifen. Wie zum Beispiel Wasser spritzen oder sonst wie «aufschrecken». Bei einer Hetze gilt es diese zu unterbrechen. Die Hunde sind nicht aggressiv aber im Trieb, wo es auch zu kleinen Verletzungen kommen kann.

 

Anders sieht die Sachlage aus, wenn sich zwei Hunde nicht mögen und/oder ein Hundespiel sich zu einem Hundestreit entwickelt. Hier ja nicht panisch werden. Denn das könnte die Eskalation noch fördern.

 

Wenn du merkst, dass dein Hund bei dir Schutz sucht, darfst du ihm den auch gewähren und die anderen Hunde «verjagen». Meist geht das schon sehr gut, wenn man eine klare, straffe Körperhaltung hat und einen Schritt auf den entgegenkommenden Hund zugeht und ihn wegschickt. Ich kann euch das gerne mal zeigen, wenn wir uns im Park treffen. Ich versuche bald mal ein Video für euch dazu zu machen.

 

Dennoch, auch wenn dein Hund normalerweise ganz lieb ist, kann er mal an einen Artgenossen geraten, bei dem es zum Streit kommt. Bitte beobachtet achtsam, meist geht es «nur» um das Festlegen der Rangordnung. Gib den Hunden Gelegenheit, den Konflikt selbst zu lösen. Meist bleibt es beim Zähnefletschen.

 

Falls es zu einem «Kampf» kommt und ihr euch von der Grösse der Hunde etc. nicht selber gefährdet, sollten beide Halter den jeweiligen Hund an den Hinterläufen über den Pfoten packen, kurz nach vorne schieben und dann nach hinten wegziehen. Anschliessend solltet ihr beruhigend auf euren tierischen Partner einreden. Sollte es zu Verletzungen gekommen sein, die Kontaktdaten mit dem Halter des anderen Hundes austauschen, die Wunde schnellstmöglich desinfizieren und, falls nötig, einen Tierarzt aufsuchen. Bitte seid untereinander fair.

 

Kurze Erklärungen zur Körpersprache und Zeichen einer «Aggression»:

Nicht alle Zeichen gelten für alle Arten von Hunden und es sind auch nur ein paar Zeichen.

  • Kurzes Lecken der Lefzen
  • Angelegte Ohren
  • Starrer Blick und aufziehen der Lefzen
  • Nase kräuseln
  • Gestellte Nackenhaare und aufgestellte Rute (kann auch einfache Aufregung sein oder etwas Dominanzgehabe)
  • Knurren
  • Fixierung
  • Umrundung
  • in der Bewegung erstarren

Ruft einfach euren Hund öfter mal zu euch, wenn ihr diese Anzeichen bei ihm oder dem anderen Hund seht. Meist ist es aber auch so, dass der andere Hund diese Zeichen ja auch lesen kann und schon eine Deeskalation zeigt, indem er sich abwendet. 

 

Nun möchte ich noch etwas aus unserem Rudel berichten. Ich habe ja drei Hunde und eine davon, ist unsere «Zicke». Sie hat es nicht (mehr) gerne, wenn einige Hunde ihr zu nahekommen. Dies gibt sie jeweils mit einer Drohung an. (Hundesprache kann sehr subtil sein aber untereinander verstehen sich die Hunde schon). Dennoch gibt es auch solche «frechen» Hunde, die eine Warnung nicht hinnehmen möchten und weiter «Bedrängen». Das kann eine Eskalation auslösen von beiden Seiten. Das hat mit Aggression nichts zu tun. Es ist ein Streit, wie auch wir es haben können, mit Leuten, die wir nicht mögen oder deren Verhalten wir nicht mögen. Also zu diesem Thema gäbe es noch viel zu sagen. Vielleicht mal in einem anderen Blog-Artikel.

 

Aber worauf ich hinaus möchte ist, wieso hat das angefangen?

Ich denke, ich bin schuld daran, denn ich hatte eine etwas schwere Zeit, war/bin oft gestresst, nervös, genervt und habe im Kopf zu viele Dinge zusammen. Naja, für viele ja auch der «normale» Alltag, mit dem man zu kämpfen hat. Dazu kam, dass ich mich oft im Park um alle anderen gekümmert habe, statt auf meine eigenen Hunde mehr einzugehen.

Nun ist es so, dass Hunde unsere Emotionen sehr stark wahrnehmen. Und ja, ich glaube auch daran, dass Hunde einen Gerechtigkeitssinn haben und somit auch «eifersüchtig» sein können. Dies ist zwar umstritten, aber es ist meine Meinung.

 

Was ich damit sagen möchte… achtet auf euch und eure Emotionen. Lebt im Jetzt, wie es die Hunde ja auch tun, und geniesst den Moment.

Da wären wir wieder am Anfang meines Artikels:

Seid aufmerksam und friedlich miteinander.

 

Ich weiss, dass es noch viel mehr Meinungen und Details gibt, die man schreiben könnte. Nur würde das unseren Rahmen hier sprengen. Ich wollte euch einfach mal ein paar Tipps geben.

 

Wenn ihr Interesse habt und ich mehr von meinem Senf abgeben soll, dann schreibt mir und ich schaue mal, wie ich es zeitlich hinbekommen euch da öfters was zu schreiben. Themen gäbe es ja genug.

Hach ist es schön eine Hundemutti zu sein. 😉

 

Liebe Grüsse

Christine

 

So kann ein lustiges "Fangis" Spiel aussehen

Hier könnt ihr aber schon mal ein Video von meinen 3 Hunden im Park schauen, welches ich im Frühling gefilmt habe. Sie springen und es ist absolut keine Hetze, sondern richtig schöner Spass miteinander. Woran erkenne ich es:

Jamiro, der Braune ist zwar oft vorne, aber sobald er verlangsamt, werden die anderen auch langsamer und lassen Abstand. Sie drehen die Richtung und KC trägt sogar ihr Spielzeug mit. Es ist nicht immer so, manchmal kommen auch meine Hunde in eine kleine Hetzerei. Dann ist das Tempo aber drastisch höher und immer nur einer ist vorne und wird von den anderen gejagt. Sobald der Gejagte «erreichbar» wird, «knallen» die anderen in ihn rein und bedrängen. 


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