Pfoten-Check mit Hund: kleine Beschäftigung mit grossem Nutzen
- Chrisi

- vor 5 Minuten
- 3 Min. Lesezeit

Wann hast du dir eigentlich das letzte Mal die Zehen deines Hundes ganz genau angeschaut?
Nicht nur kurz nach dem Spaziergang, weil irgendwo ein Steinchen hängt. Sondern wirklich bewusst: jede einzelne Zehe, die Ballen, Zwischenräume und Krallen?
Unsere Hunde sind nämlich ziemlich gut darin, einfach weiterzumachen. Rennen, spielen, springen – auch wenn irgendwo etwas vielleicht nicht ganz so angenehm ist wie sonst. Und genau deshalb lohnt es sich, den eigenen Hund im Normalzustand gut kennenzulernen.
Das Schöne daran: Daraus kann man gleich eine kleine gemeinsame Beschäftigung machen. 😊
Du brauchst:
deinen Hund
ein paar kleine Leckerli
einen gemütlichen Platz
zwei Hände
und etwa fünf Minuten Zeit
Mehr nicht.
Am besten startest du dann, wenn dein Hund sowieso gerade entspannt ist. Nach dem Spaziergang auf dem Sofa, auf seiner Decke oder einfach gemütlich am Boden.
Und dann wird untersucht. Aber bitte nicht im Stil von „Stillhalten, jetzt kommt die Inspektion!“ 😄
Sondern langsam, freundlich und mit Belohnung.
Schritt 1: Pfote geben
Nimm eine Pfote ganz locker in die Hand.
Schau sie dir zuerst einfach an.
Wie sehen die Ballen aus? Sind sie weich oder eher rau? Gibt es kleine Risse? Ist irgendwo etwas gerötet? Steckt vielleicht noch ein Grashalm, Sand oder ein kleines Steinchen zwischen den Zehen?
Und ganz wichtig: Wie reagiert dein Hund?
Bleibt er entspannt? Zieht er eine bestimmte Pfote schneller weg als die anderen?
Schritt 2: Kleine Zehenkunde
Fühle jede Zehe vorsichtig einzeln ab.
Nicht drücken und nicht daran herumziehen. Einfach sanft anfassen und kennenlernen.
Du kannst auch ganz vorsichtig schauen, wie beweglich die einzelnen Zehen sind.
Dabei geht es gar nicht darum, herauszufinden, ob etwas „krank“ ist.
Das Ziel ist viel einfacher:
Du lernst, wie sich dein Hund normalerweise anfühlt.
Denn nur wenn wir wissen, was normal ist, können uns Veränderungen überhaupt auffallen.
Schritt 3: Links gegen rechts
Jetzt wird es spannend.
Vergleiche die beiden Vorderpfoten miteinander.
Fühlen sie sich ungefähr gleich warm an?
Sind die Zehen ähnlich beweglich?
Gibt es irgendwo eine kleine Verdickung?
Reagiert dein Hund bei einer Seite anders?
Danach kannst du dasselbe hinten machen.
Hunde sind natürlich nicht vollkommen symmetrisch. Aber Unterschiede können interessant sein – vor allem, wenn sie plötzlich neu auftreten.
Schritt 4: Der Check nach Action
Besonders spannend ist der Pfoten-Check nach:
einer langen Wanderung
wildem Spielen
Rennen und Toben
Hundesport
Training
Ferien am Strand
oder einem besonders aktiven Tag
Fühlt sich danach etwas anders an als sonst?
Eine Zehe wärmer?
Etwas empfindlicher?
Ein bisschen geschwollen?
Oder bewegt dein Hund eine Pfote plötzlich nicht mehr ganz so gerne?
Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Verletzung vorliegt. Aber es ist etwas, das man beobachten kann.
Mach daraus ein Spiel
Wenn dein Hund Pfoten anfassen bisher eher mässig lustig findet, kannst du daraus sogar ein kleines Training machen.
Pfote kurz berühren → Leckerli.
Pfote eine Sekunde halten → Leckerli.
Eine Zehe anschauen → Leckerli.
Und irgendwann denkt dein Hund vielleicht:
„Keine Ahnung, warum sie ständig meine Füsse zählen will, aber das Buffet ist hervorragend.“ 😂
Ganz nebenbei wird damit auch das Krallenschneiden, Pfotenwaschen oder eine spätere Untersuchung beim Tierarzt deutlich einfacher.
Kleine Veränderungen können viel erzählen
Ein Hund muss nicht zwingend lahmen, damit irgendwo etwas unangenehm ist.
Manchmal sind es nur kleine Dinge:
eine andere Gewichtsverlagerung
eine empfindliche Zehe
häufigeres Lecken
eine kleine Schwellung
Wärme
weniger Beweglichkeit
oder einfach das Gefühl: „Irgendwie ist das heute anders.“
Genau hier hilft es enorm, wenn du deinen Hund vorher schon gut kennst.
Natürlich ersetzt der Pfoten-Check keine tierärztliche Untersuchung. Wenn etwas schmerzhaft, deutlich geschwollen oder wiederholt auffällig ist, sollte es professionell abgeklärt werden.
Unser Fazit
Fünf Minuten Pfoten-Spa sind eine ziemlich geniale Sache.
Du beschäftigst dich bewusst mit deinem Hund, übst ruhiges Handling, stärkst Vertrauen – und lernst gleichzeitig seinen Körper besser kennen.
Und wer weiss:
Vielleicht wird aus der kleinen Pfotenkontrolle irgendwann euer persönliches Abendritual.
Pfote bitte. Kontrolle. Leckerli. Nächste Pfote.
Denn manchmal beginnt gute Vorsorge tatsächlich ganz unten – bei den Zehen.
Und bitte: nicht zum Pfoten-Detektiv mit Dauerpanik werden 😄

Das Ganze soll übrigens nicht dazu führen, dass wir unseren Hund plötzlich jeden Abend mit der Lupe untersuchen und bei jeder etwas wärmeren Zehe schon den Tierarzt anrufen.
Es geht vielmehr darum, sich bewusst mit seinem Hund zu beschäftigen und ihn dabei ganz nebenbei besser kennenzulernen.
Und das funktioniert natürlich nicht nur bei den Pfoten.
Du kannst genauso einmal die Ohren anschauen, über die Schnauze streichen, die Zähne und das Zahnfleisch anschauen, den Körper sanft abtasten oder einfach beobachten, wie dein Hund sich bewegt, hinlegt und wieder aufsteht.
So entsteht mit der Zeit dein ganz persönliches Bild davon, was bei deinem Hund normal ist.
Und genau darum geht es eigentlich:
Nicht ständig nach Problemen suchen – sondern seinen Hund so gut kennen, dass einem auffällt, wenn sich wirklich einmal etwas verändert.
Bis dahin ist es einfach eine schöne kleine Beschäftigung, ein bisschen Nähe, ein bisschen Vertrauen – und wahrscheinlich das eine oder andere Leckerli.










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